Studioserie 'Small Bricks'
Die Oberflächenstruktur ist von geschichteten Steinmauern inspiriert und entsteht teils bewusst, teils zufällig. Das heißt, ein Teil der Risse wird bewusst herbeigeführt, die konkrete Ausprägung jedoch dem Material selbst überlassen. Durch die Kombination des schwarz gebrannten Steinzeugtons mit der Oberflächenstruktur erhalten die Objekte einen besonders steinernen Charakter.


Ton ist ein Verwitterungsprodukt von Gestein, ist geschmeidig und formbar und wird durch hohe Temperaturen wieder fest wie Stein. Diese poetische Wandlung soll hier sichtbar werden.
Materialeigenschaft
Diese poetische Verwandlung des Materials – von Stein zu Ton zu Stein – soll durch die Oberflächenstruktur sichtbar werden. Diese wiederum durch eine weitere Materialeigenschaft entsteht – das Reißen des Tons bei Trockenheit. Was im Keramikhandwerk oft als störend empfunden wird, ist jedoch charakteristisch für alle Tonsorten. Es liegt eine Schönheit im Zufall, die man händisch oder maschinell nicht erzeugen kann, daher entstehen die charakteristischen Strukturen der Objekte in einem spannenden Zwischenraum von Kontrolle und Zufall – ich schaffe die Bedingungen für ihre Entstehung, überlasse aber ihre genaue Ausprägung dem Material selbst.
Die Herausforderung bei jedem Objekt liegt darin, zu bestimmen, wie stark man die Oberfläche reißen lässt, sodass eine interessante Oberflächenstruktur entsteht und das Objekt dennoch alltagstauglich bleibt.

Foto Wesley Tingey

Foto Philippa Lowe
Handwerk
Mit viel Übung kann der Mensch per Hand unglaublich präzise mehrere identische Stücke herstellen. Doch wo genau liegt der Unterschied zwischen händischer und industrieller Fertigung?
Ein wesentlicher Unterschied besteht darin, dass ein manueller Prozess nicht vorprogrammiert ist. Man kann in der händischen Fertigung mehr dem Material folgen und sich im Moment des Machens entscheiden, wie viel Kontrolle man ausübt und wie viel Raum man den Besonderheiten des Materials und somit auch dem Zufall gibt. Alle Objekte dieser Serie sind nur händisch herstellbar.
Ausschuss minimieren
Unregelmäßigkeiten und Zufall als Teil der Gestaltung, sind nicht nur spannend, sondern verringern auch den Produktionsausschuss, da die Unterschiedlichkeit zum besonderen Merkmal wird und bewusst Teil der Gestaltung ist.
Ressourcenschonend
Der Fokus liegt auf dem Steinzeugton und der Eigenfarbe, nicht auf Glasuren. Auf farbige Glasuren wird komplett verzichtet. Ton und Tonreste werden weitestgehend gesammelt, aufbereitet und wiederverwendet. Der für diese Serie verwendete Manganton stammt aus Deutschland, aus dem Westerwald.
Angewandt
Unikate in Serie

Alle keramischen Objekte werden von Hand in der Studiowerkstatt gestaltet und gefertigt. Der besondere Charakter der unterschiedlichen Tonsorten soll sichtbar werden, weshalb die Objekte außen roh bleiben und nur innen glasiert werden. Unregelmäßigkeiten in Form, Struktur und Material, sowie die Sichtbarkeit des Handwerks sind keine Fehler, sondern gewollte Gestaltungselemente.
Einige handgefertigte Stücke der Serie sind im Onlineshop erhältlich.
Es liegt eine Schönheit im Zufall, die man händisch oder maschinell nicht erzeugen kann.



