Studioserie 'Elements of Dry Earth'
In der Keramikserie „Elements of Dry Earth“ wird der Moment festgehalten, wenn die Oberfläche von Erde beim Trocknen reißt und sich in ein Netzwerk feiner Risse verwandelt. Was im Keramikhandwerk normalerweise als Fehler angesehen wird, steht hier im Mittelpunkt. Der dafür verwendete Steinzeugton durchläuft im Brand eine besondere Transformation – er nimmt eine intensive schwarze, fast verkohlte Textur an, die dem Material Tiefe und Charakter verleiht. So entstehen Unikate, die die natürlichen Prozesse der Erde sichtbar machen. Die Risse sind nur oberflächlich, die Objekte selbst sind dicht.


Es liegt eine Schönheit im Zufall, die man händisch oder maschinell nicht erzeugen kann.
Materialeigenschaft
Erde reißt, wenn sie trocknet – das gilt auch für Tonerde. Das ist eine charakteristische Materialeigenschaft, die auf alle Sorten zutrifft. Dennoch verhält sich jeder Ton etwas anders und hat seinen ganz eigenen Charakter, den man bei der direkten Bearbeitung spürt. Dieses Reißen hat auch etwas Vertrautes, was man kennt und schon beobachtet hat. Im Keramikhandwerk wird es oft als störend und Fehler angesehen, aber hier in der Serie soll es sichtbar werden und im Vordergrund stehen. In Kombination mit dem schwarzen Steinzeugton wirkt die rissige Oberfläche besonders interessant, fast wie ein verkohltes Stück Holz. Als Vase oder Pflanzgefäß wirkt es fast als ob Blumen und Pflanzen aus scheinbar trockener Erde, aus Asche erblühen.


Verkohltes Holzstück

Foto Wesley Tingey


Foto Dominique Brewing
Handwerk
Mit viel Übung kann der Mensch per Hand unglaublich präzise mehrere identische Stücke herstellen. Doch wo genau liegt der Unterschied zwischen händischer und industrieller Fertigung?
Ein wesentlicher Unterschied besteht darin, dass ein manueller Prozess nicht vorprogrammiert ist. Man kann in der händischen Fertigung mehr dem Material folgen und sich im Moment des Machens entscheiden, wie viel Kontrolle man ausübt und wie viel Raum man den Besonderheiten des Materials und somit auch dem Zufall gibt. Alle Objekte dieser Serie sind nicht industriell herstellbar.
Ausschuss minimieren
Unregelmäßigkeiten und Zufall als Teil der Gestaltung, sind nicht nur spannend, sondern verringern auch den Produktionsausschuss, da die Unterschiedlichkeit zum besonderen Merkmal wird und bewusst Teil der Gestaltung ist.
Ressourcenschonend
Der Fokus liegt auf dem Steinzeugton und der Eigenfarbe, nicht auf Glasuren. Auf farbige Glasuren wird komplett verzichtet. Ton und Tonreste werden weitestgehend gesammelt, aufbereitet und wiederverwendet. Der für diese Serie verwendete Manganton stammt aus dem Westerwald in Deutschland.
Angewandt
Unikate in Serie

Alle keramischen Objekte werden von Hand in der Studiowerkstatt gestaltet und gefertigt. Der besondere Charakter der unterschiedlichen Tonsorten soll sichtbar werden, weshalb die Objekte außen roh bleiben und nur innen glasiert werden. Unregelmäßigkeiten in Form und Material, sowie die Sichtbarkeit des Handwerks sind keine Fehler, sondern gewollte Gestaltungselemente. Es liegt eine Schönheit im Zufall, die man händisch oder maschinell nicht erzeugen kann, daher entstehen die charakteristischen Strukturen der Objekte in einem spannenden Zwischenraum von Kontrolle und Zufall – ich schaffe die Bedingungen für ihre Entstehung, überlasse aber ihre genaue Ausprägung dem Material selbst.
Einige handgefertigte Stücke der Serie sind im Onlineshop erhältlich.






